Persönlich

Stevan Cirkovic – Vita

Geboren am 5. Mai 1991 in Karlsruhe als Sohn einer Deutschen und eines Serben, bin ich quasi zweisprachig aufgewachsen. Das hat schon früh meine Verbundenheit mit der europäischen Idee gestärkt. Daher fühle ich mich auch mehr einer europäischen, statt einer nationalen Identität zugehörig.

Die Konflikte auf dem Balkan in den 90er Jahren sind für mich mehr als nur zeitgeschichtliche Ereignisse gewesen – sie haben mein politisches Denken in vielerlei Hinsicht mitgeformt. Wenn man Opfer von Kriegsverbrechen in der eigenen Verwandschaft hat, gewinnt man ein völlig anderes Bild von politischen Konflikten und misst dem Wert des individuellen, menschlichen Lebens eine ganz neue Bedeutung zu.

Während ich in meinem langjährigen Wohnort Weingarten (Baden) zur Grundschule gegangen bin, habe ich von 2001 bis 2011 den englisch-bilingualen Zug des Goethe-Gymnasiums Karlsruhe besucht.

Interesse an Politik hatte ich buchstäblich seit meiner Kindheit und wollte mich deshalb auch schon früh engagieren. 2006 bin ich in die Junge Union eingetreten, zur Volljährigkeit in die CDU. Deutliche inhaltliche Differenzen haben sich jedoch als unüberbrückbar und die Anforderungen an innerparteiliche Demokratie als nicht übereinstimmend herausgestellt. Deswegen war mein Austritt 2009 nur folgerichtig. Zweifelsohne stehe ich aber zu diesem Teil meines Lebenslaufes, weil ich sonst nicht der politisch gefestigte Mensch mit all seinen Überzeugungen wäre, der ich heut bin.

Im Jahr 2008 hatte ich das große Glück, zehn Monate als Austauschschüler im japanischen Kyoto zu verbringen. Dies brachte mir ein großes Stück Lebenserfahrung, welche mir ermöglicht zu deutschen oder allgemein westlichen Sichtweisen eine kritische Distanz einzunehmen. Seit dem Aufenthalt spreche ich flüssig japanisch und pflege einen regelmäßigen Kontakt nach Japan.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen, mich unter anderem mit der japanischen Aufklärung auseinandergesetzt und mit den Sprachen Japanisch und Englisch den ersten Platz erreicht.

Von Herbst 2009 an habe ich ein Jahr lang die Schülerinteressen als Schülersprecher vertreten und das Großprojekt “Schule als Staat” angestoßen. Dabei verwandelte sich die Schule für eine festgelegte Zeit in einen voll funktionsfähigen Staat mit eigener Regierung, Währung und Wirtschaft, sowie zahlreichen Geschäften, die reale Waren herstellten und handelten. Außerdem waren Schüler und Lehrer vollkommen gleichberechtigt. Nach gewonnenen Parlamentswahlen habe ich die Regierung dieses fiktiven Staats als Premierminister geleitet und meinen Teil zu einem großen Erfolg beigetragen.

Mitglied der Piratenpartei bin ich im Juni 2011 geworden, da ich aufgrund meiner Erfahrungen die Notwendigkeit für breite politische Teilhabe mit flachen Hierarchien und für sachorientierte Politik anstelle von politischer Taktik erkenne. Seitdem bin ich in der parteiinternen Arbeitsgruppe Außen- und Sicherheitspolitik intensiv mit Programmarbeit beschäftigt und engagiere mich vor Ort in Heidelberg zu Sozial- und Bürgerrechtsthemen, Barrierearmut und Bürgerbeteiligung.

Seit dem Wintersemester 2011/12 studiere ich Politikwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Neben dem Studium bin ich auch als Tutor für das Modul „Politisches System Deutschlands/ Deutschland in Europa“ tätig und ebenso als freiwilliger Mitarbeiter am Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK). Dort bin ich Mitglied der Technikgruppe sowie mit Konflikten in Tadschikistan und zwischen Japan und Russland betraut. Seit April 2013 bin ich Vorstandsmitglied des HIIK und übernehme als Leiter besondere Verantwortung für das Technik-Gremium. Den Parlamentsbetrieb konnte ich bei einem siebenwöchigen Praktikum beim Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages nah miterleben. Ich bin Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

In meiner Freizeit gehe ich gerne Laufen und Schwimmen oder lese Bücher rund um die Themen Geschichte, Psychologie, politische Theorie und Außenpolitik. Zudem macht es mir viel Spaß, Fremdsprachen zu lernen. Englisch, Japanisch, Italienisch, Serbisch und Französisch spreche ich fließend, in Russisch habe ich Grundkenntnisse.

Bei der Wahl zum 18. Deutschen Bundestag entfielden auf mich nach der Erststimmenempfehlung an meinen SPD-Mitbewerber aus prgamatischen Gründen immerhin noch 2,1 Prozent der Stimmen. Die Piraten können im Wahlkreis Heidelberg mit einem Ergebnis von 2,8 Prozent einen der bundesweit größten anteilsmäßigen Stimmenzuwächse im Vergleich zu 2009 vorweisen. In Heidelberg-Stadt erreichten wir 3,4 Prozent.

Im November 2013 wurde ich als Pirat in den Studierendenrat der Universität Heidelberg gewählt. Auf die Piraten-Liste entfielen satte 6,7 Prozent der Stimmen. Zurzeit kandidiere ich mit dem Ziel, eine soziale Ausgestaltung der Konversion der US-Flächen sicherzustellen, für den Heidelberger Gemeinderat und bin der jüngste Europakandidat Deutschlands.

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