Archiv für den Tag: 10. September 2013

Noch 12 Tage schlafen: Für einen Wombat in jedem Haushalt!

Teil Eins des Wahl(Plakat)-Countdowns

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Meinen wir das ernst? Nein.

Der Wombat ist ein in Australien lebender Beutelsäuger, der sich unter Piraten größter Beliebtheit erfreut. Ursprünglich vom Landesverband Sachsen-Anhalt entworfen, drückt dieses Plakat tausendfach im ganzen Bundesgebiet unseren Unmut über die Wahlwerbung der Konkurrenz aus.

Es entspricht meinem Verständnis von Politik, dass man den Wähler*innen klar kommuniziert, was man mit ihren potenziellen Stimmen nach der Wahl zu tun gedenkt. Diesem Anspruch werden viele Parteien nicht gerecht. Da heißt es zum Beispiel von der CDU „Starke Wirtschaft“ oder „Sichere Arbeit“. Das sind keine Ziele, sondern Werte, die man für wichtig halten kann. Sinn ergibt sowas aber nur im Rahmen einer Priorisierung, die nicht zu erkennen ist. Außerdem bleiben das Wie und Warum unklar. Für mich ist es nämlich keinesfalls irrelevant, ob diese Wirtschaft nachhaltig ist oder nicht. Genau so wichtig ist, ob die Arbeit, von der gesprochen wird, sozialversicherungspflichtig ist und gemeinhin als „gute Arbeit“ (Gewerkschaftsbegriff) bezeichnet werden kann. Folglich sind die Plakate der größten Regierungspartei ein Zugeständnis, dass es sich da um nichts mehr als Merkels Kanzlerwahlverein handelt. Programmatische Tiefe: Fehlanzeige!

Das ist schade, denn auch Plakate von FDP und teilweise von der SPD, die allesamt oft nicht mehr zeigen als ein retuschiertes Foto von Kandidaten, erzeugen letztlich Politikverdrossenheit. Gerade der Blick auf die Plakate dieser Parteien verdeutlicht den landläufigen Ausspruch „Das ist doch alles dasselbe!“. So werden die Wähler*innen auf der Suche nach den letzten verbleibenden Konturen der politischen Parteien im Stich gelassen. Sonderlich politisch sind die auch gar nicht mehr, wenn die Sozialdemokratie „das BIER entscheide[n]“ lässt.

Das wollten wir anders machen – und tun es auch. Wir Piraten sind der Überzeugung, dass die Menschen imstande sind, mehr als nur einfache Botschaften zu verstehen, sie wollen sogar herausgefordert werden zum Weiterdenken. Denn genau da ist es, wo Politik beginnt: Beim Selbst-Denken. Daher hat ein Wahlplakat seinen Sinn verfehlt, wenn es die intellektuelle Konsistenz von Babybrei hat.

In den 12 verbleibenden Tagen bis zur Bundestagswahl werden auf meinem Blog die Wahlplakatmotive in den Fokus genommen. Was bedeutet zum Beispiel „Sozial ist, was Würde schafft“ genau? Dahinter verbirgt sich das sozialpolitische Grundverständnis der Piraten, welches uns zu konkreten Forderungen bringt. Alles das soll für 10 weitere Plakate diskutiert werden. Freut euch auf Teil zwei morgen und lasst euch überraschen!